REVIEW: „The Last of Us“ – All Monsters are human

Dem Hype konnte man nur sehr schwer entgehen. Außer man hatte halt zu dem Zeitpunkt keinen Zugang zu einer Playstation. So wie ich. Also ging ich dem Spiel jetzt erst an den Kragen.

Zugegeben, ich bin kein großer Fan von Zombie-Spielen, auch das Endzeit (mehr oder weniger) Szenario ist nicht mein aller liebstes, jedoch wurde mir das Spiel von so vielen Leuten ans Herz gelegt, dass ich es einfach spielen musste.

The Last of Us
Die Handlung von The Last of Us spielt hauptsächlich im Jahr 2033, zwei Jahrzehnte nachdem ein mutierter Cordyceps-Pilz den Großteil der Bevölkerung infiziert und zu wandelnden Kannibalen verwandelt hat. Nach Zusammenbruch der Regierung, kontrolliert das Militär die von den meisten Überlebenden bewohnten Quarantänezonen. Die Gruppierung der „Fireflies“ lehnt den gewaltsamen und totalitären Polizeistaat ab und führt einen Guerillakampf gegen das US-Militär.
Joel ist Schwarzhändler in der Quarantänezone von Boston. Er gerät durch Zufall an die Anführerin der Fireflies, die ihn bittet, die 14-jährige Ellie aus der Quarantänezone zu schmuggeln und in ein Versteck der Fireflies zu bringen.
Joel und Ellie folgen nun den Hinweisen nach den Verbleib der übrigen Fireflies, die allem Anschein nach zum größten Teil tot sind. Auf ihrer Reise quer durch die USA kommt es immer wieder zu gefährlichen Auseinandersetzungen mit Huntern und Infizierten.

Das Gameplay ist am Anfang sehr holprig und ist dem Spieler nicht gerade zuvorkommend. Die ersten Infizierten und Clicker überfordern einen und es dauert seine Zeit, bis man einen souveränen Umgang mit den Gegnern lernt.
Doch vom ersten Moment an ist der Sammeltrieb im Spieler geweckt und man sucht jede Ecke ab und bricht jede mögliche Tür mit Messern auf.

Messer ist ein gutes Thema. Wer in diesem Spiel immer genügend Messer mit sich führt, hat eigentlich recht leichtes Spiel, aber das ist ein anderes Thema.

The Last of Us
Doch nun mal zur Spielwelt.
Das wahrscheinlich grafisch beste Spiel der letzten Konsolengeneration fährt ordentlich was an Grafik- und Spielweltporn auf. Sein es in einander gefallene Hochhäuser, die grün vollgewuchert sind, Sonnenuntergänge, die zwischen verfallenen Gartenhäusern und kaputten Autowracks herluken oder verrottete Städteskylines, die einen fast vergessen lassen, dass man eigentlich rennen sollte – und zwar schnell.

Schnell wir einem klar, dass man auf verschiedene Weisen vorgehen kann. Stealth mäßig die Gegner der Reihe nach ausschalten oder einfach wild drauf los ballern – das ist dem Spieler überlassen. Meist macht aber die gute Mischung das Spiel rund. So auch bei mir.

Doch nun mal zur Story und der Moral von der Geschicht.
Die beiden Protagnisten sind in sich eigentlich ziemlich perfekt.
Ellie ist mit ihren 14 Jahren mehr als mutig, heult nie rum und würde am liebsten vorneweg stürmen. Ein Companion, der mutig ist, nicht weinerlich, ein Kind UND eine Frau? Das ist ja fast schon revolutionär.
Joel ist verbittert, manchmal etwas zynisch und nicht besonders pragmatisch unterwegs. Doch bei seiner Vergangenheit ist es eigentlich kein Wunder. Dareinfühlen mag ich mich auch nicht grade. Dass in ihm aber ein großes Herz schlägt, merkt man besonders bei den letzten 30% des Spieles. Allein die Szene im Restaurant hat mein Herz ein wenig bluten lassen.

The Last of Us
Mit knapp 13-18 Stunden ist das Spiel verhältnismäßig recht kurz, erzählt aber in der Zeit erstaunlich viel Geschichte mit ganz simpeln Mitteln. Durch alternative Dialoge versucht man Joel und Ellie ein wenig näher zusammen zu bringen, was aber irgendwie nicht ganz gelingen mag. Ob die beiden sich nun riechen können, wird durch die Kleinigkeiten erst so richtig klar.

Sehr verwunderlich war für mich, dass ich irgendwann super beruhigt war, wenn meine Gegner nur Menschen waren und keine Clicker oder Infizierte. Jedoch hielt die Freude nur kurz.
Auf eine ganz brutale Art und Weise macht das Spiel einem klar, wer die eigentlichen Monster in dieser Welt sind. Von Vertrauen keine Spur, nur von Angst geprägte, hektische Handlungen, was die Protagonisten schmerzhaft am eigenen Leib zu spüren bekommen.
Der Spruch „All Monsters are human“ wird hier seiner Bedeutung wirklich gerecht.

Auch, wenn ich immer mal wieder an Stellen festhing (*badumtss*), fand ich die schlauchigen Level eigentlich ganz angenehm. Dem Spieler wird vorgegaukelt, dass er in jeder Ecke etwas entdecken kann, dass jeder Platz begehbar ist. Im Endeffekt ist das Spiel jedoch sehr linear und groß verlaufen kann man sich hier nicht. Grade im Winter wird das besonders klar, dass man auch, wenn man keine Ahnung hat, wo man hinrennt, trotzdem ankommt.

Fazit:

Alles in allem ist das Spiel so ziemlich perfekt gelungen. Grafik und Story haben mich aus den Socken gehauen und auch die moralischen Fragen und Aspekte mit denen der Spieler konfrontiert wird sind grandios.
Lediglich einen halben Punkt Abzug gibts für die Tatsache, dass das Spiel meinen ganz persönlichen Geschmack nicht zu 100% getroffen hat. Mir war es zwischendurch einfach zu gruselig beziehungsweise zu stressig. Klar, darauf lässt man sich ein, wenn man ein Horrospiel spielt, aber ich muss ja trotzdem meinen Geschmack mit einbeziehen.

Erscheint am: 13. Juni 2013
USK: 18
Publisher: Naughty Dog
Konsole: PS4, PS3 (gespielte Konsole)
Kaufen: KLICK*

 

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Ein Kommentar

  1. Darauf habe ich gewartet

    Danke für diese Rezession 🙂

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