Pokémon Sonne und Mond – Neue Welten, neue Probleme

Ein weiteres Jahr zog ins Land, damit auch eine weitere Pokémon Edition. Diesmal verschlägt es und nach Alola, wo es einige Neuerungen gibt. Beispielsweise die Alola Entwicklungen, denn erstmals gibt es Regions-spezifische Entwicklungen. Ob das so Sinn ergibt, ist das eine, doch mit Alola befinden wir uns erstmals in einer Region, die so richtig anders ist. Sei es im Bezug auf die Pokémon oder die grundlegenden Mechaniken.

In Alola herrscht Team Skull, das – so leid es mir tut – ein Haufen lächerlicher Hip-Hopper ist, die schlechter nicht hätten inszeniert werden können. Als Spieler ernst genommen fühlte ich mich mit diesen Gegner also nicht, doch das ist eine andere Geschichte.
Wir starten, wie immer, in unserem Haus, treffen mit Lilly und Tali schnell auf neue Freunde, die, wie üblich, unfassbar anstrengend und nervig sind. Neuerdings scheinen wir jedoch der „Badass“unserer Freundesgruppe zu sein, Tali nimmt nämlich nicht wie sonst immer das stärkere Pokémon, sondern diesmal das schlechtere. Die ersten Kämpfe werden also lächerlich leicht. Die Starterpokémon haben das erste Mal seit Diamant/Perl wieder Potential im Team zu verbleiben, und auch die anderen Pokémon, die mit Alola ihren Weg in die Pokémon Welt geschafft haben, sind echt cool. Die Totalausfälle aus X&Y Zeiten scheinen vergessen und wir heißen einige wirklich talentierte Kerlchen willkommen.

Never skip a scene

Die Story von Pokémon Sonne und Mond ist ein Klotz. Viele NPCs, viel Backstory, zwei Gruppen die sich bekämpfen – entspanntes Nebenherdudeln ist schwer. Also skippt man ohne Ende Dialoge und ist froh, wenn diese mal vorbei sind.
Ein weiteres, verdammt großes Problem, sind die ständigen Cutscenes. Kaum ist man 10 Meter weiter gelaufen, springt einem Lilly wieder vor die Füße und labert einen voll. Das Spiel fühlt sich diesmal unglaublich gelenkt an, als wären sich die Entwickler nicht sicher gewesen, ob ich es auch alleine zum Ziel geschafft hätte. Das war ein Faktor, der mir den Spielspaß leider ordentlich gesenkt hat.

Alola ist eine richtig schöne Region, das Insel-Feeling kommt gut rüber, Poni (4. Insel) und Berglandschaften im allgemeinen, sind jedoch ein Totalausfall. Als hätte man sich das hässlichste von Zelda Ocarina of Time genommen und es in den Bergregionen kompensiert. Der Rest ist jedoch atemberaubend. Sei es der Schattendschungel, die Blumenmeere oder die weiten Küsten, Alola kann was. Auch die Städte sind unfassbar einzigartig und schön designed. Dazu kommen die kleinen Gimmicks, wie die RPG-Elemente mit der Kleidung und die Tauschwut, mit den Editions-spezifischen Pokémon und den Steinen. Das Pokémon-Ressort, das Poké-Ami und der Festival-Plaza sind ganz herzliche Ideen, die hoffentlich auch in zukünftigen Editionen ihrem Platz finden.

Die guten alten VM-Sklaven werden ab dieser Edition verschont, wir bekommen nämlich eine neue Möglichkeit die unbegehbaren Orte zu beschreiten – die möchte ich jedoch nicht vorweg nehmen. Doch ich möchte an dieser Stelle für alle verschonten VM-Sklaven sprechen:“Danke Nintendo“.

Pokémon Sonne und MondAuch die Arenen sind verschwunden und wir müssen ab jetzt Inselkönige besiegen und Prüfungen bestehen. Am Anfang war ich arg kritisch diesem Prinzip gegenüber, doch ich mochte es. Das muss vermutlich jeder selber entscheiden.
Die Attacken-Animationen sehen so episch aus wie noch nie und die Z-Attacken machen Spaß, auch wenn sie etwas unsinnig erscheinen, schließlich haben wir grade erst die Mega-Entwicklungen kennengelernt.
Der Mix aus alten und neuen Pokémon ist erfrischend und durch die begrenzte Anzahl an Pokémon, wird der Sammeltrieb mal wieder angefeuert und ich habe mich nicht nur ein Mal dabei erwischt, wie ich eine Route 20 mal auf und ab gerannt bin um jedes Pokémon zu fangen.

Der größte Schwachpunkt bei Pokémon Sonne und Mond ist und bleibt die Veränderung. Man kann die Neuerungen mögen, jedoch verstehe ich auch gut, wenn sie einem gar nicht gefallen. Das penetrante an-die-Hand-nehmen hat mich zwischendurch so unfassbar genervt, dass ich das Spiel zwischenzeitlich nicht weiterspielen wollte. Cutscene-Fluten, bei denen ich Angst haben musste, dass der Akku alle geht und Framedrops bei Ultrabestien und Z-Entwicklung sollten einfach nicht passieren.

FazitPokémon Sonne und Mond:

Wer es über die drei Stunden Tutorial hinweg geschafft hat, wird gute Chancen haben Pokémon Sonne und Mond gut leiden zu können. Es gibt viel Neues, nicht alles davon muss einem gefallen. Die neuen Alola Pokémon sind verdammt cool und damit zeigen die Entwickler, dass sie es eigentlich noch drauf haben. Jedoch sind sowohl die Framedrops, als auch die Cutscene-Hölle Dinge gewesen, die mich zwischendurch so unfassbar gestört haben, dass ich vor manchen“Dialogblöcken“ überhaupt keine Lust mehr hatte weiterzuspielen.
Die schöne Welt, die neuen Pokémon und das starke Post-Game retten dann doch noch einiges von dem Spiel. Letztendlich wäre ich jedoch gerne ein bisschen mehr Held gewesen, ein bisschen weniger everbodys Darling und auch ein wenig mehr badass und nicht nur dümmlich grinsend und reinblickend.

 

Erscheint am: 23. November 2016
USK: 0
Publisher: Nintendo
Konsole: Nintendo 3DS (gespielte Konsole)/2DS
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