Flashback Post – Green Day Konzert 5.10.2009 – What about Musik?

Dies ist mein erster „Flashback Post“, weil ich einfach solch tolle Erinnerungen mit euch teilen will.

Am 5.10.2009 habe ich Green Day in Köln in der Lanxess Arena auf ihrer 21st Century Breakdown Tour live gesehen. Das ganze ist eine kleine Geschichte, die bis heute einen riesigen Einfluss auf mein Leben hat und deshalb finde ich so wichtig, sie euch zu erzählen.

Vielleicht sollte ich die Vorgeschichte bzw. die Umstände des Konzerts vorher erläutern.
Zwei Jahre vor dem Konzert habe ich angefangen Basketball zu spielen, habe neue Freunde gefunden, die ganz andere Musik hörten, als ich damals. Ich fing auch an solche Musik zu hören wie zB. Billy Talent, Sum41, Blink-182 und halt Green Day.
Als relativer Fan schaffte ich mir das damals neue Album an und sah dann, dass sie nach Köln kommen würden, was nicht wirklich weit von mir ist. Ich bequatschte meinen Papa so lange mit mir dahin zu fahren, bis er, unter der Bedinung, dass ich die Karten zahle, irgendwann nachgab.
Vier Monate zuvor hatte ich mir jedoch einen Kreuzbandriss, Patellasehnenanriss und eine Patellaluxation zugezogen. Sprich, mein Knie war wort wörtlich im Arsch. Frisch operiert und die erste Woche ohne Krücken ging es also zum Green Day Konzert. Dementsprechend natürlich leider nur Sitzplätze.
Total aufgeregt, weil es mein erstes richtiges Konzert war, saß ich auf meinem Platz und sah der Halle dabei zu, wie sie sich füllte. Die Vorband, Prima Donna, war Mist, besser kann man es nicht sagen. Mein Papa fand das neue Album gut, kannte jedoch nichts altes, aber das sollte sich ändern.
Dann ging es los. Die wahrscheinlich besten 2 Stunden und 30 Minuten meines Lebens.
Die Setlist:

    1. Song of the Century
    2. 21st Century Breakdown
    3. Know Your Enemy
    4. East Jesus Nowhere
    5. Holiday
    6. The Static Age
    7. Before the Lobotomy
    8. Are We the Waiting
    9. St. Jimmy
    10. Boulevard of Broken Dreams
    11. Hitchin‘ a Ride
    12. When I Come Around
    13. I Fought the Law
      (The Crickets cover)
    14. Brain Stew
    15. Jaded
    16. Longview
    17. Basket Case
    18. She
    19. King for a Day
    20. Shout
      (The Isley Brothers cover) (With Break On Through/… more)
    21. 21 Guns
    22. American Eulogy
    23. Encore:
    24. American Idiot
    25. Jesus of Suburbia
    26. Minority
    27. Encore 2:
    28. 2000 Light Years Away
      (Acoustic)

    29. Good Riddance (Time of Your Life)

      (Acoustic)

Warum dieses Konzert so besonders war?
Das kann ich erklären.
Ich stand die ganze Zeit durchgehend, auch, wenn mein Knie höllisch weh getan hat. Die Bühnenshow war grandios und die Band war einfach nur der Wahnsinn. „Longview“ durfte ein Fan singen und „Jesus Of Suburbia“ durfte ein Fan auf der Gitarre spielen. Es war einfach so viel Hingebung von den Musikern, dass ich einfach hin und weg war. Gernel habe ich einen riesigen Respekt vor Musikern, weil sie ihr Geld damit verdienen, was sie lieben und wenn sie dann auch noch gut sind, haben diese Menschen einfach nur Glück.
Was mich noch aus der Bahn geworfen hat an dem Abend war ein ganz besonderer Moment. Billie Joe ging nach 10 Minuten „ONE MORE SONG“ Geschrei alleine mit einer Akustikgitarre auf den Steg hinaus. Die Halle explodierte und jeder bekam Gänsehaut, als er anfing „2000 Light Years Away“ zu spielen. Ich kannte das Lied vorher nicht, konnte aber alle mitsingen hören. Shame on me. Danach folgte „Good Riddance“. Ich hörte, wie jeder die Worte mitgrölte und kam nicht mehr aus der Gänsehaut raus. Eine laute Stimme brüllte hinter mir mit und ich drehte mich um. Eine Frau ca. Mitte 20 stand auf ihrem Stuhl direkt in der Reihe hinter mir, weinte und sang mit. Sie stoppte für eine Sekunde und lächelte mich an, ich lächelte zurück. Sie trug ein „Dookie“ T-Shirt, was heißt, dass sie schon Ewigkeiten Green Day Fan war. Ich drehte mich wieder um und hörte ihre Stimme wieder laut hinter mir.
Dieser Moment ist mir mit am besten in Erinnerung geblieben, weil ich damals nicht nachvollziehen konnte, wie Menschen für eine Sache so viel Hingebung zeigen, dass sie deshalb sogar weinen. Letztens saß ich abends am Laptop und habe mir alte Konzert Videos angeschaut und mir ist tatsächlich eine Träne die Wange runtergelaufen und ich habe nur gelächelt, weil ich nachvollziehen konnte, wie sie sich gefühlt hat.
Nach dem Konzert habe ich MONATE lang alle mit Green Day genervt, kenne heute noch alle Songs auswendig und habe alle CD’s Zuhause. Zudem laufe ich bis heute mit einem Green Day Patch am Rucksack rum, obwohl ich sie gar nicht mehr so oft höre. Es ist einfach ein Stück meiner Vergangenheit, was mich glücklich gemacht hat, deshalb will ich es bei mir haben, weil es mich an gute Zeiten erinnert.
Bis heute drehen mein Papa und ich das Radio laut auf, wenn ein Green Day Song läuft und alle im Auto gröhlen laut mit. 

Nicht nur ein Musikgeschmackwandel schlich sich mit dem Konzert Besuch ein, sondern auch neue Entschlüsse. Nach dem Konzert stand für mich fest „Ich will Gitarre spielen!“. Meine Eltern belächelten diese Entscheidung natürlich, doch ich blieb standhaft. Zu Weihnachten gab es dann eine Epiphone Les Paul Junior, den Nachbau der Gibson Edition von Billie Joes Signatur Modell. Ganz der Green Day Fan, trägt die Gitarre bis heute den Namen „Floyd“, welches der Name von Billie Joes erster Studio Gitarre war. Meine Eltern hofften nach einem halben Jahr immer noch, dass es nur was kurzfristiges bleibt, doch da haben sie sich leider getäuscht. Freunde brachten mir das Gitarre spielen bei und das Internet tat auch einen guten Dienst. Ich hörte nicht auf, verbrauchte zwei Akustik Gitarren, wo wir bei meiner heutigen wären. Aus Geld Gründen mussten natürlich nur günstige Akustikgitarren her. Vor einem Jahr habe ich mir dann meine jetzige Fender CD-60 zugelegt. „Floyd“ steht bis heute in meinem Zimmer, wird jedoch nicht mehr viel benutzt.
Heute spiele ich, zum Leidwesen meiner Eltern, noch jeden Tag Gitarre und komme so runter und entspanne. Wäre ich nie zum Green Day Konzert gegangen, hätte ich wahrscheinlich nie eine solch große Faszination für das Gitarre spielen aufgebracht und wäre heute nicht auf dem musikalischen Stand, auf dem ich bin.

Lange Rede kurzer Sinn.
Ich war und bin bis heute überrascht wie sehr Musik einen Menschen verändern kann und was sie in einem auslösen kann, da es oft nicht nur die Erinnerung an die Zeit von damals ist, sondern auch oft das Aufleben der Gefühle von damals ist. Viele mögen das für Schwachsinn aus dem Mund einer 18 jährigen halten, doch auch ich hab schon viel mit Musik an der Backe gehabt und unterscheide durchaus von gut und schlecht ohne ein Charts Ranking, weil das eh nicht meiner Meinung entsprechen würde.
Ich habe oft gemerkt, dass Leute andere Leute anhand Musik Richtungen oder Orientierungen bewerten, was ich einfach falsch finde. Natürlich macht die Musik die eine Person hört viel aus, doch eine Person IST nicht die Musik, die sie hört. Musik sollte nie in Kriterium sein um Menschen zu verurteilen, zu beurteilen, zu verabscheuen oder zu hassen. 
Mein Papa hat mir mal gesagt, dass Musik einen bewegt, wenn man Gänsehaut bekommt und man so Musik wählen sollte. Bis heute achte ich beim hören von Musik darauf, ob sie mich bewegt, ob sie mich zum nachdenken bringt, oder einfach gute Laune in mir auslöst. Danach wähle ich Musik und danach entscheide ich, ob sie mir gefällt, oder nicht, nicht, ob sie Platz eins der Charts ist oder jeder sie hört.

Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen, der das liest und vielleicht genau so oder anders darüber denkt, doch darum geht es mir hierbei nicht. Das ist einfach meine Meinung, meine Gefühle im Bezug auf die Musik und ich finde, dass es da kein richtig oder falsch gibt, gegeben hat, oder jemals geben wird.

– Caro

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