Wunderbare Worte #3 – Places and People I don’t know

 
„I’m in love with places I’ve never been to an people I’ve never met“

Der Satz, der sehr stark nach John Green klingt, hat keine genaue Quelle, doch trotzdem verfolgt mich dieser Satz seit geraumer Zeit.
Als Vielleserin, wandre ich von Buch zu Buch. Als Spielerin, laufe ich durch diverse Welten. Als Film- und Serienschauerin lernt man ganz neue Orte kennen. Das selbe mit den Menschen.
Man liest, sieht und hört von Dingen, die nicht greifbar sind. Sein es Orte oder Menschen. Charakterzüge, die man vergöttert und in die man sich augenblicklich verlieben würde. Orte, die einem den Atem rauben, beim bloßen Gedanken daran.

Doch warum ist das so?
Geben wir uns mit dem, was wir haben einfach
nicht zufrieden?
Ich glaube nicht mal, dass das etwas so negatives ist.
Menschen sehnen sich nach neuem, nach unbekanntem, nach fremdem.
Außerdem schalten wir bei purer Oberflächlichkeit von Orten und Menschen die negativen Aspekte Weg, wir sehen nur das Gute, ausschließlich das gute.
Vielleicht ist genau das der Punkt. Im nahen Umkreis schauen wir zu genau hin. Sehen alles. Jeden Charakterzug, jeden hässlichen Punkt in der Linse. Den schwarzen Fleck auf der Landkarte, doch je weiter man weg tritt, desto kleiner wird er und irgendwann, verschwindet er.
Ist das der Moment, in dem ein Ort interessant wird? Wenn wir den schwarzen Fleck nicht sehen und er damit „perfekt“ wirkt? Wenn wir von einem Menschen so weit entfernt stehen, dass er fehlerfrei wirkt?
Sein es Bilder aus der Karibik, die Straßen von Denver, oder die Küsten Australiens. Wir sehnen uns danach, wollen dort sein, lieber, als nirgends, lieber, als hier.
Stehen wir zu nah an dem, was wir haben dran, um es als perfekt anzusehen? Schauen wir zu sehr auf Fehler von Dingen um uns herum, damit wir die Distanz wahren? Damit wir weiter von dem Entfernten träumen können?
Was würde passieren, wenn wir uns dem Entfernten nähern? Würden wir immer noch begeistert sein? Würde die Illusion dadurch zerstört werden, dass eventuell doch ein schwarzer Fleck auf der Linse erscheint?
Gibt es den perfekten Ort und den perfekten Menschen? Oder werden sie nur in Serien, Filmen, Büchern oder Spielen dargestellt? Doch alles dargestelltes, alles erfundenes und alles, was einem in den Sinn kommt ist im Endeffekt nur eine Sammlung aus Dingen, die sich bereits im Kopf den Menschens befinden, Dinge, die durch die Wahrnehmung gefiltert werden und abgespeichert werden, oder? Kann dann der perfekte Ort oder Mensch entstehen, weil man das Beste von allem zusammenwirft?
Sehen wir diese Orte und Menschen vielleicht nur aus dem Blickwinkel, aus dem wir sie sehen wollen? Von hinten? Von der Schokoladenseite aus? Was verbergen diese Menschen, oder diese Orte, was wir noch nicht wissen? Vielleicht hässliche Flecken aus der Linse?

Doch ich bin ehrlich. Ohne diesen Drang nach dem Unbekannten, das Sehnen nach bestimmten Orten und Menschen, die ich nie besucht oder getroffen habe, möchte ich ehrlich gesagt nicht sein. Es gibt mir Hoffnung, dass irgendwo da draußen, egal wie weit weg, etwas wartet, was meiner Meinung nach perfekt ist und vielleicht erreicht man diesen Ort oder diesen Menschen irgendwann mal.
Und vielleicht sind diese Orte und Menschen im Endeffekt nur dafür da Standards zu setzten, Wünsche zu formen und Ziele zu stecken.
Es ist erfüllend Menschen zu sehen, die so sind, wie man sich es wünscht. Es ist so unglaublich beruhigend Orte zu sehen, die alles haben, was man sich vorstellen kann. Und selbst wenn diese nur sehr weit weg existieren, ist es doch immer noch toll, wenn sie mich inspirieren, motivieren und glücklich machen.
Das mag vielleicht realitätsfern klingen, doch solange es mich voran treibt, kann das gerne auf ewig so bleiben.

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