Das Licht der letzten Tage – Emily St. John Mandel

Hoffnungsvoll düster, schrecklich zart und tragisch schön.

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

Nach vielen Beiträgen, Rezensionen und Bildern habe ich mich endlich dazu entschieden „Das Licht der letzten Tage“ zu lesen.
Mit recht hohen Erwartungen habe ich mich drangesetzt, da es auch auf Goodreads recht gute Bewertungen hatte. Doch auch dieses Buch ist ein gutes Beispiel dafür, dass Meinungen und Geschmäcker sehr wohl auseinander gehen.

Das Licht der letzten Tage
Ein seltsames Gefühl zwang mich regelrecht dazu immer weiter zu lesen und war total dagegen, dass ich das Buch aus der Hand lege. Deshalb las ich und las ich und las ich. Immer weiter.
Das hatte mehr als einen Grund. Der Schreibstil ist toll, wirklich, die Charaktere sind recht flach, was aber bei der Vielfalt sogar ganz in Ordnung ist. Doch die Story ist so ein kleines Problem.
Die Welt geht unter, naja, zumindest die Menschheit. Ein Grippevirus bricht in der USA ein und legt so ziemlich jeden um, der es auch nur wagt die Luft einzuatmen, also die verseuchte Luft.
Dabei erwischt es die verschiedensten Personen.
Doch wir erfahren die Story nicht chronologisch, nein, wir leben aus Erzählungen, kurzen Kapitel und langen Kapiteln, die sich über endlose Seiten zu ziehen scheinen. Deswegen war der Einstieg in das Buch ein bisschen schwierig. Ich habe oft den Faden verloren und musste noch mal zurückblättern um zu verstehen, wer noch mal der Typ war und in welcher Beziehung er zu der Frau da steht.
Doch das war irgendwie spannender, als gedacht. „Die Welt ist ein Dorf“ ist eine Aussage, die in diesem Buch klare Richtigkeit beinhaltet. Unsere Charaktere stolpern übereinander, erzählen Geschichten von früher und erinnern sich.

Das Szenario mag ich, es trifft genau meinen Geschmack. Mal keine Zombieapokalypse und keine Aliens. Doch wer denkt, dass ihn hier elende Leidensgeschichten der Viruserkrankten erwarten, liegt völlig falsch. Wir erfahren nur von den Überlebenden, die das Licht der letzten Tage miterleben.

Eine neue Zivilisation aufzubauen scheint nach diesen Buch gar nicht mehr so schwer. Hoffnung und Überlebenswille ist das Treibmittel, das dafür gebraucht wird, und die Charaktere besitzen eine ordentliche Portion von beidem.

Fazit „Das Licht der letzten Tage“:

7 von 10 Sternen

Das Buch hat so seine Probleme, ein Glossar würde eins davon schon lösen.
Jedoch ist es die Idee, die mich umgehauen und an die Worte gefesselt hat. Ein „was wäre denn danach?“-Denken, das ich so noch nicht gesehen habe und eine Brutalität, die zwischendurch, ganz selten mal auflebt, die von Trieben bestimmt ist und uns die dunkle Seite vieler Menschen offenlegt.
Ein sehr interessantes Buch, dass ich eigentlich gar nicht zu bewerten mag, weil es so unglaublich viel in mir ausgelöst hat, aber dem gleichzeitig irgendwas gefehlt hat, vielleicht war es einfach das gewisse Etwas.

Vielen lieben dank an Piper für das Rezensionsexemplar!

Erscheint am: 14. September 2015
Seiten: 416
Format: Klappenbroschur
Autor:
Emily St. John Mandel
Preis: 14,99€
Kaufen: KLICK
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