Gone Home – Der Herzschlag eines Psycho-Hauses

7. Juni 1995, 1:15 Uhr Nachts.
Nach einer Rucksacktour durch Europa kehrt Kaitlin zurück in ihre Heimat, doch ihr Elternhaus ist menschenleer… Irgendetwas stimmt hier nicht. Warum ist niemand zuhause? Und was ist passiert? Entwirren Sie dieses undurchsichtige Mysterium in Gone Home, dem interaktiven Erkundungssimulator des amerikanischen Entwicklerstudios The Fullbright Company.

Hinterfragen Sie jedes Detail dieses scheinbar normalen Hauses und decken Sie die Geschichte der Menschen auf, die hier leben. Öffnen Sie alle Schubladen und jede Tür, untersuchen Sie alle möglichen Gegenstände nach Hinweisen. Enthüllen Sie die vergangenen Ereignisse, indem Sie die Hinterlassenschaften der Familie untersuchen. In dieser stürmischen Nacht, in der Kaitlin eigentlich ihre Familie zu Hause erwartet hatte, geht sie mit Ihrer Hilfe auf die Suche nach Hinweisen. Finden Sie handgeschriebene Notizen und Briefe von liebevoll detaillierter Art, hören Sie sich Anrufbeantworternachrichten und Audiokassetten an und studieren Sie Tagebucheinträge, um so Stück für Stück herauszufinden, wohin alle verschwunden sind, was während Kaitlins Anwesenheit vorgefallen ist und vielleicht auch, wie es mit Kaitlins Familie weitergehen wird. Seien Sie wachsam, denn in jeder noch so kleinen Ecke könnten aufschlussreiche Hinweise versteckt sein, die Ihnen Kaitlins Angehörige näher bringt…

Gone Home

Gone Home fängt den Geist der 90er ein wie kein zweites Spiel. Was heute oft nur noch als popkulturelle Anspielung zu finden ist, gibt es hier auf Schritt und Tritt. Allein die Tatsache, dass Handys & Co in den 90ern noch in weiter Ferne lagen, wird dem Spieler auf sehr charmante Weise nahegelegt; durch eine Vielfalt an zufällig, oder auch absichtlich hinterlegten Notizen. Auch wenn diese manchmal schwer leserlich sind – sie sind dennoch authentisch. Z.B. Audiokassetten mit damaliger „Riot Girl“-Musik, ganz im Sinne der antiautoritären Jugendorientierung der damaligen Zeit. Sind dies vielleicht sogar ebenfalls Hinweise, die für die Story relevant sein könnten? Sie werden es herausfinden! Durchsuchen Sie alles und lassen Sie nichts unversucht, um die mysteriösen Geheimnisse zu lüften. Gone Home ist ein großartiger Liebesbrief an alle Nostalgiker der 90er und an Fans des raffinierten Storytellings. Zudem versteht es seine Spieler trotz der unverkennbaren Retro-Atmosphäre immer wieder mit zeitgenössischen und erfrischend anspruchsvollen Themen zu überraschen.

Das Spiel aus dem Hause „The Fullbright Company“ hat vor ein paar so ziemlich alle Preise gewonnen, die ein Indie-Spiel mitnehmen kann. Mittlerweile ist das Spiel auch auf der Konsole angekommen und ich durfte dank den netten Leuten bei Fullbright das Spiel auf der PS4 durchzocken.
Mit keinerlei Wissen, außer der Sicherheit, dass es keine Jumpscares gibt, startete ich nun in das Spiel.
Wir laufen aus First Person Sicht durch das riesige Haus – wirklich riesig. Unzähle Zimmer mit ewig vielen Informationen erwarten den Spieler, ohne ihn dabei zu erschlagen. Die Räume strecken das Spiel, aber auf eine angenehme Art und Weise. Es sind die Kleinigkeiten, die das Herz der Spieler aufgehen lassen. Sein es die die Super Nintendo Geschichten, die Tapes oder die Grundschulgeschichten. Es fühlt sich an, als würde man auf dem eigenen Dachboden rumschnüffeln und man spürt in jedem Raum den Puls der Bewohner.
Durch Briefe, Postkarten und Tagebucheinträge, die uns Sam persönlich vorliest, erfahren wir immer mehr über die Personen, die in dem Haus leben – unsere Familie.
Fullbright präsentiert mit simpelsten Mitteln wie viel Leben, Geschichten und Liebe und einem Haus stecken kann. Doch wo Menschen miteinander Leben, herrscht auch Misstrauen, Sorgen und vor allen Dingen andere Meinungen.
Das bekommt Katie recht schnell mit und dem Spieler schmerzt bei jeder weiteren Nachricht von Sam das Herz.

Gone Home
Auch, wenn dem Spiel eine Atmosphäre mit weichem Licht, Sonnenuntergang, Bäumerauschen wohl besser getan hätte, als das bedrohliche Donnern, die schaurigen Blitze, funktioniert das Spiel trotzdem. Vielleicht gerade deswegen. Vielleicht, weil man doch genau deshalb, weitersucht um möglichst viel zu erfahren, obwohl man eigentlich am liebsten den Keller links liegenlassen würde.
Doch trotz alledem sollte gesagt sein, dass das Spiel, auch wenn es sich manchmal anders anfühlt, keinen Jumpscare bereit hält und auch in keiner Weise Grusel, Horror oder Mystery Züge enthält.
Man merkt die Liebe, die das Studio in die Geschichte gesteckt hat, in die vielen Kleinigkeiten. All das lässt auf ganz viel Potential schließen.
Die Steuerung ist simpel, jedoch wäre eine sprinten Taste ganz angenehm gewesen. Mehr Soundtrack und weniger Donnern hätten mir persönlich besser gefallen. Wer einen Grafik-Bomber erwartet, ist hier natürlich falsch.  Die Grafik ist typisch Indie recht simpel aber doch mit viel Liebe zum Detail.

Fazit – „Gone Home“:

Wer nach unfassbar fesselnder und guter Unterhaltung für einen ruhigen Abend sucht, ist bei „Gone Home“ gold richtig. Ganz viel Liebe, Zeit und eine wunderschöne Methode der Charakterzeichnung stecken in den zwei bis drei Stunden Spielzeit, die jeder Adventure-Fan auf seiner Liste stehen haben MUSS.

Erscheint am: 13. August 2013
USK: 6
Publisher: The Fullbright Company
Konsole: Linux, PC, Mac, PS4, Xbox One (gespielte Plattform)
Kaufen: KLICK* (PS4 und Xbox One im Konsolenstore)


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