The Legend of Zelda – Breath of the Wild – I’m here to serve

Hyrule liegt in Scherben. Die Verheerung Ganon hat das ganze Land zerstört. Hass, Angst und Sorge zerreißen die Bewohner des Landes. Die Hoffnung scheint völlig verloren zu sein, als plötzlich ein Recke aus seinem hundertjährigem Schlaf erwacht und eine hellere Zukunft bringen könnte.
Dieser Recke sind wir – Link. Und wie immer liegt alles in unserer Hand, wir sind die letzte Hoffnung. Denn das ist unser Königreich und wir sind hier um ihm zu dienen.

Breath of the Wild Mit „Breath of the Wild“ bringt Nintendo nach „Skyward Sword“ den ersten eigenständigen Zelda Titel raus und verabschiedet sich damit endlich mal von der Remaster/Remake-Gewohnheit, die die letzten Jahre geprägt hat. Lediglich „A Link Between Worlds“ brachte ein wenig frischen Wind mit sich, auch wenn es in der gleichen Welt wie „A Link to the Past“ spielt, dessen Handlung aber fortsetzt.
Die Angst war groß und ich müsste lügen, wenn ich nicht auch besorgt war, ob sich „Breath of the Wild“ wirklich gut schlägt. Nintendo warb mit der Größe, stellte Vergleiche mit Skyrim auf und die Community und Gamer fragten sich „Seit wann spielt Größe eigentlich eine Rolle?“. Denn wie wir alle wissen, ersetzt Größe keine gute Story. Kommt beides zusammen, ist das perfekte Spiel nicht mehr fern. Der Witcher hat es 2015 vorgemacht und sich damit ganz schnell in die Bestenlisten jeglicher Spielekritiker gekämpft.

Nun versucht Nintendo nachzuziehen und auf ein paar andere Systeme zu setzen. Denn wie ein richtiges Zelda fühlt sich „Breath of the Wild“ erst mal nicht an. Herzen werden durch Essen aufgefüllt, Waffen zerbrechen nach bestimmter Zeit und Link kann springen. Ja, ihr habt richtig gehört. Doch was sich im ersten Moment wie eine süße und comicartige Version des Witcher anfühlt, wird von Minute zu Minute mehr zu einem eigenen, verdammt guten Zelda. Sobald wir unseren ersten Schrein absolvieren merken wir, dass wir im Regal doch nach „Zelda“ gegriffen haben. Bomben haben wir nun unendlich viele, kämpfen deutlich mehr mit Fernkampfwaffen, können plötzlich riesige Metallplatten heben und sogar bewegliche Objekte in Raum und Zeit anhalten. Doch trotzdem fühlt sich alles so vertraut an. Die Mechanik geht unglaublich gut von der Hand und fühlt sich richtig schnell gut an. Der Fernkampf funktioniert super und die Module in unserem Shieka-Stein helfen uns in unserem alltäglichen Streifzug durch Hyrule ordentlich weiter. Das Kampfsystem spielt sich nach wenigen Stunden super intuitiv und entwickelt sich trotzdem noch durch Combos und Techniken weiter.

Breath of the Wild Die Story unterscheidet sich kaum von den typischen Zelda-Storys, doch durch den Zeitversatz ist die Erzählweise sehr viel emotionsgeladener und schmerzlicher. Sammelt man die Erinnerungen, bekommt man nicht nur einmal einen Kloß im Hals. Generell hat man ordentlich viel zu Sammeln. Seien es Questitems, Erinnerungen, Krogs oder Schreine. Das Spiel zwingt den Spieler dazu die komplette Welt zu erkunden um Erfahrungen zu sammeln, was fantastisch ist.

Lange Grindsessions wechseln sich ab mit viel Story an den jeweiligen Titanen und in den Dörfern. Wir suchen Sidequests, erfüllen diese und farmen die Schreine ab. Davon gibt es schließlich 120 Stück. Mit der Zeit reißen wir uns vom Altbekannten los und trauen uns mal ein paar Schritte weiter zu gehen und uns den fernen Gebieten zu nähern. Deren Vielfalt ist großartig, jedoch sind die Wege dorthin teils einfach viel zu lang. Die Reitsteuerung fühlt sich in meiner Hand nicht wirklich intuitiv an, weshalb – zumindest ich – häufig einfach gelaufen bin. Das schluckt jedoch einiges an Zeit, ohne wirklich gerechtfertigt zu sein. Auf unseren Wegen haben wir die Möglichkeit Krog-Samen zu sammeln, von denen in der Welt 900 Stück versteckt sind. Dies ist ein recht süßes Gimmick, aber teilweise 10 Minuten länger zu laufen, oder zu klettern, nur um einen einzusammeln, scheint ein Lückenfüller oder eine Rechtfertigung für die große Welt zu sein.

Breath of the Wild Trotzdem merkt man, dass Nintendo ordentlich Zeit in dieses Spiel gesteckt hat. Die Charaktere sind unglaublich schön gestaltet und geschrieben, die Gegner sind gebietsspezifisch abwechslungsreich und und es gibt schlichtweg unglaublich viel zu entdecken. Selbst die NPCs haben eine Story, die teils sogar recht tief und dramatisch sein kann.

Doch es gibt auch Kleinigkeiten, die negativ auffallen. In der Wii U-Version nervt stets ein blasser weißer Schleier und mindert dadurch ein wenig die Lebendigkeit und Farbvielfalt der Welt. Das mag eine absichtliche grafische Entscheidung sein, ich hätte es lieber ein wenig satter und klarer gemocht. Auf der Wii U sind leider viel zu häufig Framedrops zu bemerken, wenn man sich in schnellen Bewegungen befindet, viele NPC/Gegner anwesend sind, oder man im Dschungel steht, und es regnet, was das Spielerlebnis zwar nicht mindert, aber oftmals zum Augenverdrehen führt.

Bei der Kollisionsabfrage hakt es leider auch ab und an. Parieren ist mit Schild fast unmöglich, egal wie häufig man es probiert. Die Kampftechniken, die einem Stück für Stück beigebracht werden, nutzt man kaum und nicht nur einmal klettert man aus Versehen auf einen Stein anstatt an ihm vorbei zu laufen.
Doch das Klettern funktioniert tatsächlich überraschend gut, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet ist, dass man überall rauf und runter klettern kann. Die Umwelt hat Einfluss auf dieses Verhalten und legt uns manchmal, zurecht, auch Steine in den Weg. Der einzige Feind beim Klettern und bei der Verwendung des Magnet-Moduls ist die Kamera. Eingeschränktes Sichtfeld und Probleme mit dem Drehen und Wenden führen oft dazu, dass man für einen Schrein länger braucht oder einfach in den Tod stürzt.

Breath of the Wild Ein wenig mehr Soundtrack wäre auch eine schöne Sache. Während die Tracks bei Bosskämpfen kaum epischer seien könnten, begleitet uns durch die weite Welt nur nervige Stille, die ab und an durch 1-2 Noten durchbrochen wird. Die Städte haben Themes, die Spaß machen und jetzt schon wohlig warme Gefühle hervorrufen. Aber warum nicht leichte, angenehme Overworld-Themes für die jeweiligen Regionen? Das ist jedoch absolute Geschmackssache. Trotzdem hat die Ruhe etwas unfassbar erschreckendes: Authentizität. Denn das Spiel spielt ordentlich mit unseren Sinnen. Vogelgezwitscher, das Klackern eines Wächters in der Ferne, das uns die Haare zu Berge stehen lässt, oder das Grummeln eines Bären im Wald. Man wird aufmerksam, erwischt sich selbst dabei, wie man immer weiter in diese Welt reinrutscht, weil es sich echt anfühlt.
Ein, zwei weitere Themes für die Schreine wären auch recht nett gewesen. Grade am Anfang verbringt man noch recht lange in den Schreinen und knobelt rum, da nervt das ständig gleiche Theme einfach irgendwann.

Jeder, der looten und leveln liebt, wird mit „Breath of the Wild“ verdammt viel Spaß haben. Die Knobelei in den Schreinen macht Spaß und wird auch nach Stunden nicht langweilig. Zelda hatte schon immer viele versteckte Kisten, doch erstmals hatte ich das Gefühl noch mal extra in die Ecke da hinten laufen zu müssen, um auch ja nichts zu verpassen. Das passt perfekt in die Welt und bringt einen erst dazu, wirklich unfassbar viele Stunden in Hyrules Natur und Welt zu versenken, denn das neue Zelda ist und bleibt ein unfassbarer Zeitfresser – und das ist fantastisch.

Fazit – „The Legend of Zelda – Breath of the Wild“:

Es fühlt sich einfach richtig an, stundenlang durch Hyrule zu streifen, jeden Winkel zu entdecken und auf dem Weg ein bisschen die Welt zu retten. Die kleinen Probleme mindern das Spielerlebnis kaum. Die rollenspielartigen Elemente sind mutig, sehen aber im Zelda-Gewand überraschend schick aus und gliedern sich perfekt ein.
Die Völker, Städte und Geschichten sind großartig dargestellt, jede Region hat ihre eigene Charakteristik, sodass ich mehr wissen will. Ich rede mit jedem NPC, nehme jede Sidequest an, denn ich will mehr von dieser Welt. Nintendo geht einen schwierigen, aber auch mutigen Schritt in eine neue Richtung und sorgt mit „Breath of the Wild“ für frischen Wind, den das Franchise wirklich dringend gebraucht hat.
Auch nach 100+ Stunden bin ich nicht satt, habe noch nicht alles gesehen und seit langem endlich wieder das Gefühl, dass ein Spiel seinem Preis und seinem Hype gerecht wird – und das können nicht viele von sich behaupten.
Und nun entschuldigt mich bitte, ich habe noch verdammt viel in Hyrule zu tun.

Danke an Nintendo für den Promo-Code.
Wichtig: Es wurde die Wii U-Version getestet. Entsprechende Kritik an Grafik und Framerate kann ausschließlich für diese Konsole geäußert werden.

Erscheint am: 3. März 2017
USK: 12
Publisher: Nintendo
Konsole: WiiU (gespielte Konsole) und Nintendo Switch
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2 Kommentare

  1. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass du so gut noch kein Zelda Spiel beendet hast. Du kennst dich nicht so wirklich mit der Materie (außer BotW) aus und übergehst dazu einfach „Triforce Heroes“ als eigenständiges Zelda Spiel.

    • Hi Frederik,

      danke für deinen Kommentar. Ich würde nicht behaupten, dass ich mich nicht mit der Zelda Materie auskenne, wie kommst du darauf?
      Habe Triforce Heroes absichtlich nicht genannt, weil ich mich fullstory Spiele bezog. Ansonsgen müsste ich auch Hyrule Warriors und Co. mit reinnehmen, was für mich aber lediglich Franchise Erweiterungen und auch keine Vollpreistitel sind.

      Gruß
      Caro

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