Armada – Ernst Cline – Bis zur Unendlichkeit

Zack Lightman ist ein Träumer und Geek. Seine Freizeit verbringt er am liebsten vor dem Computer, und richtig gut ist er nur in ›Armada‹, einem Virtual-Reality-Shooter, in dem eine außerirdische Spezies versucht, die Erde zu erobern. Damit ähnelt sein Leben zahlreicher anderer Gamer. Bis eines Tages ein echtes Alien-Raumschiff über seiner Heimatstadt auftaucht – und aus dem Computerspiel bitterer Ernst wird. Denn als sich die ersten Wellen außerirdischer Raumschiffe ankündigen, sind es allein die Gamer, die ihnen im Drohnenkampf gewachsen sind. Die besten unter ihnen werden von der Earth Defense Alliance angeworben und ausgebildet. Von einer geheimen Operationsbasis auf dem Mond aus führen Zack und seine Freunde einen Krieg, in dem es um das Schicksal der Erde geht.

ArmadaWas würdest du sagen, wenn von jetzt auf gleich jemand vor deiner Schule steht und dir sagen würde:“Steig ein Kumpel, wir müssen die Erde vor einem Alienangriff beschützen“? 
Genau, du würdest vermutlich verwirrt dreinblicken und denken, dass derjenige spinnt. Jedoch wurden du und ich auch nicht jahrelang auf den Alienangriff durch ein Videospiel vorbereitet. Doch um das ganze noch ein wenig verrückter zu gestalten, solltest du wissen, dass Zack Lightman nicht mal wusste, dass er vorbereitet wurde.

Wir schreiben das Jahr 2018, sämtliche Gamer spielen Armada und Terra Firma, beide von Chaos Terrain entwickelt. Beides Shooter. Das eine Earth Defence, das andere ein Flugshooter.
Zack ist einer der besten zehn Armada-Spieler weltweit. Er spielt täglich mehrere Stunden mit seinen Freunden und plötzlich – vom einen Moment auf den anderen – wird das ganze Wirklichkeit. Eine Alienrasse droht die Menschheit zu zerstören, warum weiß keiner so recht. Irgendwann zeigten sie feindselige Zeichen und seitdem herrscht ein geheimer Krieg. 
Tausende Spieler weltweit wurden über die Jahre zu Soldaten ausgebildet, ohne es zu merken. Auch Zack. Plötzlich steht ein Militär-Jet vor seiner Schule und das Abenteuer beginnt.

Nachdem Ready Player One schon nach wenige Seiten in meine All-Time-Top-Liste gehüpft ist, war der Armada-Kauf natürlich ein No-Brainer. Da mir die deutsche Übersetzung von Ready Player One schon gut gefallen hat, habe ich auch hier auf die Übersetzung gewartet. 

Direkt nach den ersten Seiten wurde mir klar: Das wird was. 
Clines Schreibstil ist mitreißend, begeisternd und verdammt frech. Durch die häufige Erwähnung von popkulturellen Referenzen stößt er bei vielen auf taube Ohren. Die Dichte der Referenzen ist in Armada deutlich geringer, kann aber durchaus nerven, wenn man da empfindlich ist. 

Die Geschichte wirkt im ersten Moment furchtbar klischeehaft, ist (es dann auch) aber unglaublich charmant umgesetzt. Denn wenn Cline eins kann, dann ist es genau die Punkte in Nerds und Gamern zu treffen, die getroffen werden müssen.
Seien es die Beschreibungen der Spiele ohne große Umschweife oder Erklärungsexzesse. Oder auch die Benennung von Abläufen, Fakten und Institutionen, mit der Erwartung, dass die, die es verstehen sollten, es auch verstehen. 
Cline schreibt für Gamer, trotzdem kann jeder Spaß an seinen Geschichten haben. Doch der Retro-Faktor ist und bleibt vorhanden und macht ordentlich Spaß. 

Clines Schreibstil ist einer meiner liebsten. Er schreibt einfach, ausführlich genug und nicht umständlich. Die Kapitel haben immer genau die richtige Länge und Plottwists beherrscht er richtig gut. Außerdem denkt er weiter. Das Buch gibt Anstöße, auch mal über den Tellerrand zu schauen und lehrt einen vor allen Dingen eins:“Meine Realität ist nicht die einzige“.

Fazit – „Armada“ – Ernest Cline:

Armada ist weit davon entfernt, das perfekte Buch zu sein, aber es macht Spaß – unfassbaren Spaß. Die Geschichte hat ein paar kleine Lücken, einige Pacing-Probleme und die Namenswahl ist nicht immer die Glücklichste (Lightman, really?), doch es passt alles perfekt in das charmante Bild, was Cline in diesem Buch erschafft. Charmant ist und bleibt das am besten passende Wort für seine Geschichten. Es ist ein wenig wie nach Hause kommen, man fühlt sich direkt wohl. 
Auch die vielen Anspielungen, Referenzen und Nennungen von Bands, Büchern und Filmen treffen genau dort, wo sie treffen sollen. Man weiß, worum es geht. Und die, die es nicht wissen, können es getrost überlesen. 
Cline schafft es, in seinen Geschichte von Belanglosigkeiten abzusehen und gibt Charakteren auch nur die Aufmerksamkeit, die sie benötigen.
Jedoch baut er eine Welt und eine Bindung auf, die man nach Beendigung des Buches wirklich vermisst. Ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte und dem Buch wirklich gut getan. 
Armada ist eins dieser Bücher, die man schließt und denen man nachtrauert. Auch, wenn es Fehler macht, ist es unfassbar liebenswert und ich hatte eine verdammt gute Zeit.

Erschienen am: 23. März 2017
Seiten: 416
Format: Softcover
Autor: Ernest Cline
Preis: 14,99€
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2 Kommentare

  1. Ich muss zugeben, dass ich Ernest Cline bisher noch nicht gelesen habe. „Ready Player One“ steht schon immer auf meiner To Read Liste, aber irgendwie kam doch immer was anderes dazwischen. Aber vielleicht halte ich mich auch selbst zurück, weil ich durch die vielen Lobpreisungen in meinem Umfeld einfach viel zu hohe Erwartungen habe und dann leider immer erst Recht dazu tendiere, das Negative zu suchen. Aber ich war verwundert, dass ein Großteil derer, wo ich wusste, dass sie „Ready Player One“ mögen, „Armada“ hingegen enttäuschend fanden. Für mich klingt das Setting jedoch sehr ansprechend (und ich musste nur ein bisschen an Futurama und Space Invaders denken). Irgendwie ist es auch bescheuert von mir zu denken, dass ich „Ready Player One“ vorher lesen müsste, bevor ich mich an „Armada“ wage, das ist ja keine Reihe, sondern lediglich das eine das Erstlingswerk(?) von Ernest Cline. Ich denke, ich kann getrost auch RPO beiseite legen und mir erstmal Armada anschauen, wenn es mir auf Anhieb mehr zusagt, oder?

    • Hallo Phi!
      Absolut. Ich bin halt recht schnell zu begeistern, wenn mir das drumherum gefällt. Clines Schreibstil sagt mir halt unfassbar zu, deshalb war ich auch von Armada sehr begeistert.RPO wirkt halt deutlich .. umfangreicher. Armada ist leichtere Lektüre, weshalb viele wohl auch enttäuscht waren. Doch mich hat es trotzdem bekommen und ich war sehr, sehr happy mit dem Buch. Auch, wenn Armada vielen nicht so gut gefällt wie RPO, ist Armada trotzdem immer noch ein verdammt gutes Buch!Vielleicht magst du es ja! 🙂

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