Review: Hingehört – „Indigo“ EP – Fewjar

Nach langem Warten haben die Jungs von Fewjar nun endlich die „Indigo“ EP veröffentlicht, auf der ganze 5 Titel mit gewaltigem Klangvermögen auf uns warten. Mit Michael Schulte und Marie Meimberg sind zwei Gäste dabei, die den Liedern ihre ganz eigene Note verleihen.

1. Track: „Indigo“
Es geht direkt mit ordentlich Hall und Chor los, wie man es von den Jungs gewohnt ist.
Dass das Lied und die Melodie von Michaels Stimme getragen wird, merkt man ziemlich schnell, was an sich nicht ganz mein Geschmack ist. Ich mag eher tragende Melodien, doch durch Michaels unglaubliche Stimme kann ich das recht gut verschmerzen.
Durch die vielen Klangfacetten wird das Lied auf seine Weise unglaublich abwechslungsreich und man kann gefühlt alle 30 Sekunden was neues hören. Dadurch klingt es als ganzes nicht ganz rund, was aber gewollt scheint, deshalb funktioniert es doch ganz gut und man kann es sich auch in Dauerschleife gut anhören.
Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl eine Muse Platte aufgelegt zu haben. Vom Klang her war es dem Muse Stil unglaublich ähnlich. Da das generell einfach nicht so meine Musikrichtung ist, finde ich mich hier nicht ganz wieder.

2. Track: „Will You“
Einer meiner Lieblingstracks auf der EP!
Was am Anfang wie der Soundtack eines Films klingt, könnte ab 1:40 auch ein Ausschnitt aus dem Assassin’s Creed II OST sein und man hat Bock über Venedigs Dächer zu sprinten.

Danach kommt der Bass. Und er kommt heftig. (Ich übernehme keine Verantwortung für eventuelle verstandene Anspielungen) Er erinnert ein wenig an S.P.A.M. von „A Few Sides“. Nett.
Dass die anfänglichen ruhigeren Töne so gut mit dem heftigen Bass zusammenpassen, hätte ich nicht gedacht. Ich mags sehr.

3. Track: „Two Orbits“
Wie schon vermutet mein liebster Track auf der EP.
Das Lied nistet sich im Ohr ein und kommt da auch so schnell nicht mehr raus.
Die vielen Schichten rocken einfach und man ist sofort an den Sound gefesselt, was für mich auch an den geilen Gitarren liegt. Davon kann man einfach nicht genug bekommen. Auch die Synthies im schönen 80er Klang lassen mein Herz aufgehen. Maries Stimme passt perfekt in das Klangkonzept, was ich zuerst nicht erwartet hatte, da man ja nur den Teil ohne sie kannte. Auch, dass sie nicht vollommen klar durchzuhören ist gefällt mir total gut. Es passt zum Stil des Liedes. Alle drei Stimmen sind so gewaltig und verdammt gut in diesem Lied, ich bin einfach nur beeindruckt.
Das hallige, die Chöre, ich mags. Zwischendurch erinnert es ein wenig Alan Parsons Project, was das 80er Feeling natürlich noch mal unterstützt.
Doch auch hier schaffen sie es um Minute 2 rum wieder den typischen Fewjar Sound aufleben zu lassen und machen den Song damit rund.

4. Track: „Onyx“
„Onyx“ ist ganz besonders. Das Geräusch der Tür am Anfang und der dann beginnenden Orgeln löst so ein leichtes Prickeln auf der Haut aus. Als Jakos Stimme einsetzt habe ich ein wenig Gänsehaut bekommen. Es ist kurz, rund und es funktioniert. Besonders toll ist das Ende.
„I’ll be gone just in time“, das Geräusch des Schlüssels, die Straße. Ich liebe solche Stilmittel und das geflüsterte „listen“ am Ende, wow, die Gänsehaut war kaum zu toppen.
Ganz großes Gehörkino mit ganz simplen Mitteln!

5. Track: „Indigo- Andre Moghimi Remix“
Dazu gibts nicht wirklich viel zu sagen. Indigo mit ein paar guten Beats drunter, simpel gehalten, nicht zu viel Experimentiererei mit den Klängen, sondern alles schön beim Thema gehalten. Gefällt mir.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die EP das Warten wert war.
Man bekommt eine unglaublich große Klangfacette und für jeden ist etwas dabei. Doch durch die Abwechslung ist es fast unmöglich für jedes lauschende Ohr alles richtig zu machen.
„Indigo“ trifft nicht zu 100% meinen Geschmack, ist aber rein musikalisch gar nicht in Frage zu stellen. Genau deswegen bin ich so beeindruckt. Man merkt, dass sich die Jungs ordentlich ausgetobt haben und mal völlig neue Wege ausprobiert haben. Die EP und „A Few Sides“ liegen musikalisch in verschiedenen Welten, das sollte man von vorne herein wissen und nichts anderes erwarten.
Also nehmt euch die Zeit, packt euch gute Kopfhörer auf die Ohren und lasst die EP in vollem Ausmaß auf euch wirken!

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