KLARTEXT: Von gesponserten Posts & Transparenz

In Zeiten von Youtube, Instagram und Blogspot wird man schon mal über das kleine „P“ für Produktplatzierungen oder #sponsored (Instagram) oder #ad (auch Instagram) gestolpert sein.
Doch wo steckt überhaupt Werbung hinter und wo Rezensionsmaterial mit Meinungsfreiheit? Wo herrscht noch Transparenz?
Grade Bücherblogs fallen ein wenig aus dem Transparenzmuster, da viele Leser von dem Rezensionsmaterial Prinzip wissen.
Für die, die neu sind: Als Buchblogger kann man Verlage anschreiben und um Rezensionsexemplare von Wunschbüchern bitten. Manche Verlage, wie das Randomhouse Verlagshaus (Heyne, Blanvalet, Goldmann etc.) führen sogar Bloggerportale, wo man einfach, wie in Onlineshops Bücher bestellen kann und dann ein paar Tage später Post hat. Manche Verlage machen aber auch gerne zu. Das merkt man grade als kleiner Bloganfänger. Man stößt oft auf taube Ohren und bekommt nicht mals nette Antworten. Man muss hart dafür arbeiten gewisse Klickzahlen halten zu können oder durch Professionalität zu beeindrucken. Mit Büchern abgeworfen wird hier leider niemand.

Als Gegenleistung gibts eine Rezension mit ganz viel eigener Meinung und Link zur Verlagsseite. Affiliate-Links werden hier sehr ungerne gesehen! Mehr dazu unten.

Transparenz auf Instagram, geht das?

Jedoch fangen da schon die ersten Grenzen an zu verschwimmen. Nimmt man mal Instagram als Netzwerk, auf dem die #bookporn Kultur recht groß vertreten ist, fallen einem schon einige Dinge auf.
Viele Bücher, tolle Bilder, super geniale Bücherregale, wenige gekennzeichnet. Zur Klärung im Vorraus: nicht jedes Buch (auch nicht von Buchbloggern!) muss Rezensionsmaterial sein!
Ich nehme mir zB. die Freiheit raus Bilder von Rezensionsmaterial nur dann zu posten, wenn ICH es möchte und mir danach ist.
Doch wie kennzeichne ich nun im Untertitel oder in den Hashtags mein Rezensionexemplar, und wieso sollte ich das überhaupt tun, und ist das überhaupt nötig?
Fragen über Fragen, nun mal meine Meinung: Ich finde man sollte es kennzeichnen. Ich finde ein „Danke an XY für das Rezensionsexemplar“ reicht vollkommen aus bei Rezensionsexemplaren. Das reicht aber auch nur, wenn man davon ausgeht, dass die Leser bzw. Abonnenten bzw. Follower von dem Prinzip der Rezensionsexemplare wissen.
Ein „Danke XY für das Buch“, oder vielleicht sogar gar keine Erwähnung finde ich zum Beispiel wieder schwierig. Das könnte eine Aufmerksamkeitsmention sein, ein einfaches Danke oder halt ein halbherziges Markieren. Es ist schwammig und für den Follower nicht klar zu erkennen. Für manche spielt es vielleicht keine Rolle, doch für mich hängt viel Qualität und Vertrauen an dieser Stelle auch an Transparenz!
Auch das ordentliche Nutzen von Hashtags ist eine Möglichkeit. Habe ich nun mehrere Dinge auf dem Bild und lege den Fokus nicht auf das Produkt speziell, kann man auch zB. den Hashtag #rezensionsexemplar o.Ä. nutzen. So wird klar worum es sich handelt, ohne, dass man den Menschen seine tolle Presseunterstützung ins Gesicht drückt. (Ich auf Instagram: KLICK oder @creeveey)

Mit jedem Blog oder Instagram oder Twitter Account hat man auch eine gewisse Verantwortung.
Mein letzter Wunsch ist es zB. Kindern oder Jugendlichen zu vermitteln: „Guckt mal, ich habe super viel Geld und kann mir immer die neusten Bücher/Spiele kaufen“. Vielleicht bin ich damit alleine, aber ich fänds auch schöner zu sehen, dass der Blogger auch was für den ganzen kostenlosen Kram tut.
Vielleicht ist meine Meinung da auch nur übertrieben, aber mir fällt es unglaublich schwer Dinge wie Rezensionsexemplare auf Fotos zu sehen, die nicht gekennzeichnet sind, da ich weiß, wie es läuft.
Nicht jede „Überraschungspost aus dem XY Verlag“ ist auch Überraschungspost. Für mich ist das, wenn es nicht transparent ist, eine Abhebung von jedem anderen User und das trifft nicht wirklich meinen Geschmack.
Außerdem kann ich meinen Lesern auch Motivation geben es selber mal als Blogger zu probieren, wenn sie sehen, was man so erreichen kann!

Nun zum nächsten Teil: die sponsored Post und Produktplatzierungen.
Die gesponsorten Beiträge gibt es nicht nur im Fernsehen, Youtube oder auf bekannten Websites, sondern schon auf den kleinsten Instagramseiten. Der Blogger, Youtuber, User bekommt Produkte einer Firma und einen Geldbetrag und postet nun Bilder, Links oder super duper Meinungen zu dem Produkt.
Ich für meinen Teil kann das nicht ganz vertreten. Ich führe einen Blog und hier stehe ich für MEINE Meinung, nicht für einen bezahlten, zusammengereimten Kram. Auch auf Instagram will ICH entscheiden, was auf meinem Bild zu sehen ist.
Das mag eine gute Art und Weise sein um Geld zu verdienen, solange meine Meinung dabei zu kurz kommt, fällt die Option für mich jedoch raus.

Transparenz
Viel mehr ist es an diesen Stellen wichtigen den Kram ordentlichen zu markieren. Sei es durch das „P“ in Videos, was grade bei Youtube deutlich zu kurz kommt. Immer wieder gibt es Diskussionen über Youtuber, die den Kram nicht ordentlichen markieren. Es geht einfach nicht in meinen Kopf rein, wie man grade bei extrem jungen Zuschauern kein transparentes Statement zu den gezeigten Produkten beziehen kann.
Das gleiche gilt für mich auch auf Blogs und Instagram. Postet der tolle Fitnessblog das fünfhunderste Bild von den super tollen Proteinriegel, ist davon auszugehen, dass es gesponsert ist, auch, wenn nicht jeder das #sponsored oder #ad in die Hashtags packt.
Für mich spielen diese Menschen enorm mit ihrer Glaubwürdigkeit, besonders, wenn Menschen wie ich, die vielleicht ein wenig Ahnung davon hat, was im Hintergrund so abgeht, darüber scrollen und so etwas sehen.

Gleiches gilt für Affiliate-Links. Es hat Ewigkeiten gedauert, bis es zum Standard wurde auf Websites, Youtube Videos oder Instagram dazu zu schreiben, wenn es sich um Affiliate-Links handelt.
Youtuber haben tausende von Euros gemacht, weil sie was angeworben haben, den Amazon-Link unten reingepackt haben und dann ordentlich Geld mit der Provision gemacht haben. Von Transparenz keine Spur.
Für die, die damit nichts anfangen können hier mal eine Erklärung. Wenn man im Internet Geld machen will durch Werbung oder Affiliate-Links, muss man ein Gewerbe anmelden, eine Steuernummer bekommen und darf dann richtig Kohle (kleine Eurobeträge im Monate) machen.
Wenn ich einen Amazon-Link poste, ist im Link ein kleines Kürzel drin, was mich als Vermittler reinschreibt, dann bekomme ich einen winzigen Cent-Betrag von dem verkauften Artikel als Provision, ohne, dass der Käufer mehr zahlt. Das ist natürlich nur praktisch, wenn ich ordentliche Beiträge schreibe, die, wenn ich denn positiv drüber schreibe, den Leser dazu bewegen würden das Produkt zu kaufen.

Viele haben lange sowas nicht markiert, weil es Käufer abschrecken kann, doch wenn man es ordentlich umschreibt sollten die Leser eigentlich genügend Vertrauen haben. Auch ich markiere die Links ganz brav, weil es sich so gehört.

Gesponsorte Dinge sind nicht immer nur bezahlte Posts, sondern es geht oft auch um Produkte. Auch ich habe schon Sachen gesponsort bekommen, über die ich dann bloggen sollte, mit meiner Meinung! Im Voraus wird das in der Regel mit den Firmen abgeklärt, was man als Gegenleistung bringt. Wenn mir Produkte so überhaupt gar nicht gefallen, schreibe ich den Blogpost auch lieber nicht, bin ich ganz ehrlich. Dann maile ich lieber die Firma an, frage ob man einen Kompromiss finden kann, bevor man eine Firma oder ein Produkt wirklich schlecht macht. Das verlangt der Anstand. Das gleiche mit Büchern, sobald ich etwas wirklich furchtbar finde, suche ich nach einer Alternative mit dem Verlag.
Wenn ich ein Buch selber kaufe, lese und wirklich schlecht finde oder sogar abbreche, rezensiere ich es auch nicht. Das sollte ein gesundes Gleichgewicht schaffen, das ich dann aber auch bei selbstgekauften Produkten durchhalten muss.

Doch auch, wenn ich „Danke an XY für XY“ schreibe, habe ich Angst, dass Leser oder Abonennten denken, dass meine Meinung gekauft wurde. Da kann man natürlich nur ans Vertrauen appelieren oder durch einen Blogpost wie diesen die Fronten klären.
Also als Transparenz-Gewährleistung: Ja, ich bekomme Bücher, Comics und andere Produkte als Rezensionsmaterial zugeschickt, ihr werdet das aber immer in dem Beitrag lesen können, falls es der Fall sein sollte. Die Transparenz schulde ich auch, da ihr mir eurer Vertrauen gebt!

Ich wünsche mir mehr Transparenz in der Pressebranche, mehr ehrliche Menschen, die sagen „ja, ich hab das Produkt geschickt bekommen zum testen, lasse mir aber meinen Mund nicht verbieten“.
Es sollte doch noch ein wenig Moral vertreten sein und nicht den (grade jungen) Lesern ein Ideal von Besitz vermittelt werden, dass nicht jeder stämmen kann.

Was sagt ihr zu dem Thema? Für die, die sich mit der Thematik auskennen: was nervt euch? Oder findet ihr sogar, dass das alles richtig und gut geregelt abläuft?
Und für die, die mit der Thematik gar nicht vertraut sind: schocken euch solche Berichte? Fallen euch solche #sponsored Hashtags oder „P“s überhaupt auf und wenn ja, kratzt das an eurem Vertrauen und an der Glaubwürdigkeit der Personen oder ist euch das relativ egal?
Mich würde eure Meinung dazu wirklich interessieren, als schreibt sie gerne unter diesen Post in die Kommentare! 🙂

4 Comments

  1. Maria Braun

    Gerade auf Instagram wird so oft so gut wie gar nichts gekennzeichnet und dann so ein scheinheiliger „Das Produkt ist sooooooooo supi“ Kommentar drunter geklatscht. So was kann man sich einfach sparen, denn dann noch den Firmenlink drunter schreiben, um ein bisschen Kohle abzugreifen, das geht gar nicht. So wie du es machst, gefällt mir das echt gut: „Danke an XY für das Produkt“ fertig aus.

    1. caro

      Genau, Instagram hat mich auch erst zu dem Punkt gebracht, wo ich einfach nur noch sauer war. Ich liebe dieses Netzwerk und so viele Leute treiben da ihr Umwesen und denken gar nicht an Transparenz, furchtbar!
      Super, dass du meine Meinung teilst! 🙂

  2. Ich stimme Dir grundsätzlich zu. Für mich als Buchhändler ist das bisher noch gar nicht so präsent gewesen – zumindest nicht, was meinen eigenen Blog angeht. Allerdings hast Du natürlich recht, wenn Du vor allem jüngere Seher / Leser / Hörer und das liebe Geld ansprichst.

    Allerdings verspreche ich Verlagen auch nie Rezensionen. 😀

    Beim einzigen Mal, wo ich für jemand anderen rezensiert hab‘, habe ich es darunter geschrieben – und ’super-duper‘ war die Rezension auch nicht. Zugegeben – vielleicht ein wenig gefühlvoller formuliert. Aber dafür hab‘ ich ja auch den Vermerk dran gepappt. 😉

    Guter Artikel – ich werde in Zukunft genau darauf achten!

    1. caro

      Stimmt, ist mal ne andere Ansicht!
      Rezensionen kündige ich nur an, wenn ich die Bücher selber bestelle, das gehört für mich dazu. Ich will was haben, also schreib ich auch darüber. Bei Anfragen von Verlagen, also anders herum ist das vielleicht noch mal was anderes.
      Danke für deine Meinung! 🙂

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