Assassin’s Creed IV Black Flag – Seeschlachten und ganz viel heiße Luft

Nein, keine Sorge, mit heißer Luft meine ich nicht die Tatsache, dass wir uns in Black Flag in der Karibik befinden, sondern das, was Ubisoft da mal wieder storytechnisch produziert hat.

Black Flag
Als Edward Kennway, der niemand geringeres ist als der Vater von Haythem Kennway, segeln wir nun durch das karibische Meer der 18. Jahrhunderts.
Einige von euch werden sich nun fragen:“Aber Caro, wieso spielt das Spiel denn einige Jahre vor Assassin’s Creed III und wird trotzdem nachher herausgebracht?“. Die Antwort ist tatsächlich recht simple: weil Ubisoft einen sehr weisen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat. Es wird zukünftig darauf hinaus laufen, dass sie die Spiele nicht mehr chronologisch korrekt hintereinander ansiedeln können, sondern Rückschritte machen müssen. Dass das vielleicht im 15. oder 16. Jahrhundert bereits angemessen war, ist eine andere Geschichte.

Black Flag – Black Pirat

Doch zurück zu Edward. Wir haben ein Schiff. Ein großes Schiff. Können damit Seeschlachten schlagen und karibische Städte, Dschungel (toll umgesetzt, doch viel zu wenig) und Inseln durchforsten. Zwischendurch ertappt man sich beim Lagerhäuser leerräumen und bei Assassinen-Aufträgen, um irgendwie an Geld zu kommen, was am Anfang ein sehr schleppender und nerviger Prozess ist.

Die Dynamik des Spiels ist eigentlich recht gut. Man wird quasi zum looten und leveln gezwungen, weil man anders in den Missionen nicht vorran kommt. Die Jackdaw wird deutlich häufer ausgebaut, als man an seiner Ausrüstung arbeitet. Die Sammelobjekte stacheln einen an und man muss einfach jede Maja-Stele mitnehmen. Auch die Steuerung ist, wie immer halt, ganz in Ordnung, doch bei weitem nicht präzise.
Auch das Flotten-System macht, sobald man es durchblickt hat, Spaß und bringt die nötigen Taler ein.

Black Flag
Doch irgendwie hakt es. Ganz rund ist das Spiel einfach nicht. Ständig vergas ich zwischen Seeschlachten die Hauptmissionen, die auch noch durchgehend mit blöden Stealth-Missionen gespickt waren. Ich bin ein riesen Stealth-Fan, versteht mich nicht falsch, aber mit der ganzen Mechanik von Black Flag hat es einfach keinen Spaß gemacht. Würde man solche Missionen mit den Techniken aus Unity und Syndicate umsetzen, ergäben sie deutlich mehr Sinn. Ohne diese ist man nur peinlich aus dem Grünzeug rausgerutscht oder hat wegen fehlendem Durchblick die eine Mistwache oben auf dem Dach nicht gesehen.

Hier wollten sie zu viel, auch, wenn der Gedanke super ist, wirklich geklappt hat es nicht.
Zu der Story mag ich eigentlich nicht wirklich was sagen, größtenteils, weil ich schon jegliche Namen vergessen habe. Bis auf Vane, der Schlingel. Bei diesem kleinen „Boss“ dachte sich Ubisoft doch glatt „Machen wir mal einen auf Deckungsshooter“, Spaß brachte es jedoch keinen auf.
Die letzten zwei Sequenzen sind recht unsinnig, weil man plötzlich jemand ganz anderem gegenüber steht, den man schon überhaupt nicht mehr auf dem Schirm hatte. Was spannend klingt, war einfach nur unfassbar unspektakulär. Ebenso der Endkampf, aber das haben sie nach Assassin’s Creed III anscheinend völlig verlernt.

Black Flag
Doch nun noch ein paar liebe Worte. Sie haben versucht den Assassinen Gedanke wieder ein wenig zurückzuholen. Dass das in das Piraten-Setting leider gar nicht passt, hätten sie früher bemerken müssen. Edward ist ein recht angenehmer Charakter. Ein kleiner Draufgänger, der durchaus recht sympathisch ist, normale Überzeugungen und Amibitionen hat und ich habe ihn wirklich gerne gespielt. Auch die Umgebung ist, wie war es anders zu erwarten, grandios. Die Inseln sehen toll aus, die Bewegungen der Schiffe und Schlachten wirken realistisch und durch die, anfangs nervigen, Shantys kommt irgendwann wirklich Stimmung auf.

Black Flag
Das Kämpfen mit den zwei Säbeln macht richtig Laune und hat einen super guten Fluss. Selten war der Kampf in Assassin’s Creed so ästhetisch wie in Black Flag.
Der Teil glänzt ebenfalls mit einem grandiosen Soundtrack, der, meiner Meinung nach, mal wieder viel zu selten zu hören ist, wie auch in den beiden neusten Teilen.

Sie haben sogar geschafft das Jagen endlich ordentlich einzubinden, auch, wenn die Möglichkeit die Knochen oder Häute der Tiere zu kaufen das ganze wieder hinfällig gemacht hat. Doch nachdem ich meinen ersten Weißen Hai gefangen habe, war ich recht froh, die „Pflicht“ erfüllt zu haben und ab nun guten Gewissens die Knochen zu kaufen. Dadurch habe ich mir einige Herzinfarkte erspart.

Fazit:

7 von 10 Sternen

Alles in allem wurde ich nicht schlecht unterhalten. Die Stunden fielen in Black Flag durchs viele Looten ins Gewicht und man vergass über die Seeschlachten völlig die Zeit, das kann man dem Spiel nicht absprechen.
Doch die Story war wirklich unfassbar enttäuschend. Auch mit „Assassin’s Creed“ hat der Teil herzlich wenig zu tun. Denn wie ein Assassine habe ich mich nicht gefühlt.
Es ist ein wirklich tolles Piratenspiel, damit erfüllt es völlig seine Funktion, doch wer nach einem ‚guten alten‘ Assassin’s Creed sucht, ist hier falsch.
Jedoch bin ich überrascht, was Ubisoft uns an Stimmung und Setting gezaubert hat. Eine gar nicht so große Welt, die einem beim segeln unendlich vorkommt. Zumindest dafür kann ich danke sagen.

Erscheint am: 29. November 2013
USK: 16
Publisher: Ubisoft
Konsole: PS4 (gespielte Konsole), Xbox One, PC
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Trailer: KLICK

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Die Bilder sind mein Eigentum und wurde von mir ingame gescreenshottet.
Bildquellen: Ubisoft & Next Gamer

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2 Kommentare

  1. Ha! Dann ging es also nicht nur mir so, dass das letzte Stück der Story einfach nicht mehr so wirklich Sinn gemacht hat. Ansonsten ging’s mir übrigens auch ähnlich: Einzelne Mechaniken haben in Black Flag wirklich Laune gemacht (wie z.B. das Schiff auszubauen), aber dann kam da wieder die Story um die Ecke oder so unglaublich unnötige Missionen. (Diese Verfolgungsjagd einmal quer über eine Insel ist mir z.B. total auf den Geist gegangen.)
    Wie auch immer: Schöne Review, stimme dir so ziemlich überall zu 😀
    lg
    Hekabe

    • Ja! „Hier dein Erzfeind!“ „Ähh.. wer ist das?“ 😀
      Total, hatte voll Sorge, dass mir das Setting nicht gefallen würde, aber doch, hat es!
      Diese Verhörmission in den Sümpfen war grausam! Und dann das Ende in der Mission, wo man den Typen nicht mals fangen konnte, sondern erschießen, woah.
      Danke und liebste Grüße zurück <3

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