No Man’s Sky – And I would warp 500 times

And I would warp 500 more, just to be the girl who warped a 1000 times to reach the middle of the galaxy.

No Man’s Sky, ja genau, dieses eine Spiel, welches mitten im Sommerloch rauskam und einen Hype auslöste, den das Jahr 2016 bisher noch nicht häufig gesehen hat. Auf Steam ist es mittlerweile sogar schon das erfolgreichste Spiel des Jahres.
Die wichtigste Frage, die man sich vor dem Beginn von No Man’s Sky stellen sollte, ist:“Was erwarte ich?“.

Wer ein großes, extrem umfangreiches Spiel erwartet, dass
Langzeitmotivation und eine Menge Abwechselung mit sich bringt, ist hier
definitiv falsch. Das sei vorab gesagt.

No Man’s Sky ist ein First-PersonOvalWalker-Adventure-Survival-Game, welches aus dem Hause des englischen Indie-Entwicklerstudios Hello Games
stammt. Allein diese Tatsache sollte die Erwartung nicht allzu hoch
sprießen lassen. Doch dadurch, dass es Jahre in Entwicklung war und
ständig angekündigt und verschoben wurde, sind Gamer überall auf der Welt hellhörig geworden. Zurecht

„Der Sinn im Universum ist es, etwas für diejenigen zu hinterlassen, die noch gar nicht angekommen sind.“

Das Spiel ist eine Liebeserklärung an den Weltraum. Unendliche Welten,
gezeichnet in einem verspielten, liebevollen Grafikstil, der etwas ganz
eigenes hat. Warp- und Impulsanimationen, die einen an die Zeiten vor dem Windows 95 No Man's SkyBildschirmschoner erinnern. In Douglas Adam’s artigen Welten gelandet, die sich stark nach Achtziger anfühlen, jagen wir über die Planeten, von denen es ganze 18 Trillionen gibt. Sobald wir einen Planeten betreten, wird dieser samt Wetter, Fauna, Flora und allem was dazugehört generiert und damit kommen nicht nur vollkommen karge, sondern auch abartig skurrile und wunderschöne Planeten raus. Auf denen sammeln wir Rohstoffe, wertvolle Gegenstände und warpen von Planetensystem zu Planetensystem um der Mitte des Universums näher zu kommen.
Zwischen dem Entdecken der Planeten, dem Scannen der Fauna und dem Warpen stolpern wir plötzlich über etwas Besonderes. Eine Atlas-Schnittstelle, eine Weltraumanomalie. Ein riesig großer metallenes Etwas, das in der Mitte bedrohlich rot leuchtet. Hier lernen wir Atlas kennen und Atlas verrät uns nichts, außer, dass unser Schicksal in den Sternen steht.

No Man’s Sky macht Lust auf Inhalte, die noch nicht da sind.
Es ist und bleibt ein Indiespiel, welches sich durch seine eigene Länge nach hinten heraus selbst ins Bein schießt. Beendet man die Atlas-Story erst ein mal, grindet man unendliche Stunden um die Warpantriebe zu reparieren, nur um ans Ende dieses Spiel zu kommen. Das wäre ja kein Problem, wird jedoch durch die repetitiven Vorgänge schnell langweilig und eine wirkliche Langzeitmotivation gibt es auch nicht. Hätten sie Atlas und die Reise verbunden, als eine schöne Story/Lore, die antreibt weiterzuspielen, hätten sie die Größe des Universums wenigstens halbwegs ausgefüllt.

Wäre das Spiel nur 25 Stunden lang,No Man's Sky kurz und damit knackig, wäre es perfekt. Es macht unfassbar viel richtig, legt sich jedoch auch selber Steine in den Weg. Die Planeten laden zum Erkunden ein, die Klopperei mit Wächtern und die Unterhaltungen mit verschiedenen Alienrassen sind unglaublich witzig und seltsam verstörend zugleich. Das Erfüllen der Reisenmeilensteine ist eine ordentliche Herausforderung, die jedoch wirklich Spaß macht und den Entdecker in uns weckt. Hätte man mehr Fokus auf das eigentliche Entdecken gelegt, die Atlas-Story vertieft und ein größeres Mysterium um die Alienrassen und Atlas selbst gemacht, hätten sie dem Spiel viel mehr Tiefe verpasst.
Durch die schiere Unermesslichkeit der Galaxie verlieren die Kleinigkeiten ihren Wert und die Biome, die verschiedenen Tiere sind nur noch Nebentatsache und vor lauter Warpen vergisst man das Stillstehen auf dem Hügel eines hoch radioaktiven Planeten, auf dem es  -40 °C sind und es toxischen Eisregen regnet. Denn dank No Man’s Sky weiß ich nun, dass genau das auch wunderschön sein kann.

Fängt man ein mal an zu spielen, ist draußen, ehe man sich versieht,
Schnee gefallen und ein Wüstensturm vorbeigezogen. Das Spiel frisst die
Stunden einfach weg und entführt einen vollkommen unbeschwert in seine
spannenden und aufregenden Weiten. Genau dieses Potential schafft es die
Spieler an die Konsole zu binden, wie es lange kein vergleichbarer No Man's Sky
Indie-Titel geschafft hat.
Wem Looten, Leveln und Entdecken genug sind, wird sich in dieser Welt, die trotz der Vielseitigkeit sich nicht unbedingt viel verändert, pudelwohl fühlen.
Wer ausschließlich die schöne Idee genießen möchte und ein paar Stunden
in einem unfassbar tollen Universum aus schönen Ideen, jedoch begrenzten
Möglichkeiten verbringen will, wird mit No Man’s Sky auch nicht viel falsch machen.

No Man’s Sky ist ein kleines, perfektes Spiel gefangen in einer leider viel zu
großen Welt, wodurch es wieder an Qualität verliert, da man dauerhaft
neuen Inhalt und Input erwartet. Sie ziehen die Story länger als nötig,
haben aber nicht genug Stoff um die Lücken zu füllen. Sollte Hello Games den Weg zu Universum kürzer patchen, ein paar Kleinigkeiten noch verbessern, legen sie einen kleinen Meilenstein in der Indiebranche, denn sie haben unbestreitbar etwas ganz besonderes und wundervolles geschaffen.

Erscheint am: 10. August 2016
USK: 6
Publisher: Hello Games
Konsole: Windows, PS4 (gespielte Konsole)
Kaufen: KLICK*

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2 Kommentare

  1. Guter Artikel,
    aber widerspricht sich dieser Absatz nicht irgendwie?!

    »Wer ausschließlich die schöne Idee genießen möchte
    und ein paar Stunden in einem unfassbar tollen Universum aus schönen Ideen, jedoch begrenzten Möglichkeiten verbringen will, wird mit No Man’s Sky auch nicht viel falsch machen, aber keine unendlichen Stunden Spielspaß daran haben.«

    Wer nur ein paar Stunden Spaß will, der erwartet doch auch keine unendlichen Stunden Spaß. oO

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